Auswertung zum Stammtisch zur Wehrpflicht
Liebe Parteifreunde,
gestern fand unser erstes thematisches Stammtischtreffen zur Findung unserer neuen Linien für den Kreisverband statt.
Das Thema war wie angekündigt unsere Position zur Wehrpflicht. Erfreulicherweise war unser Stammtisch auch gut besucht. Besonders haben wir uns über die Expertise unseres Gastes Roland Böskers gefreut, welcher Oberstleutnant bei der Reserve ist.
Zunächst lauschten wir einem eindrücklichem Referat unseres Parteifreundes Joerg Schnurre, der uns einen Abriss über die historische Entwicklung der Wehrpflicht gab, um dann in die Disskusion zu gehen. Für uns stellte sich die momentane Situation Deutschlands wie folgt dar:
Die Bundeswehr befindet sich, wie uns allen bekannt, ein einem schlechten Zustand. Es gibt zu wenig Ausrüstung, die Geräte sind teilweise nicht einsatzbereit und es mangelt an Personal.
Hinzu kommt, dass es im Zuge des Ukrainekrieges für die Armee vermehrt zu Truppenentsendungen beispielsweise nach Litauen kommen wird. Für viele ist die konkrete Kriegsgefahr für Deutschland durch den Angriffskrieg Russlands stark gestiegen. Das erhöhte Natoziel von 5% für Militärausgaben sollte hier auch Erwähnung finden.
Es entspann sich eine angeregte Debatte um das Für und Wider einer Wehrpflicht, wobei ich hier kurz die Hauptargumente jeder Seite nennen möchte:
Für eine Wehrpflicht spräche, dass so Kenntnisse für das Verhalten im Krisenfall in die Gesellschaft getragen würde. Dies käme uns nicht nur im Kriegs- sondern auch im Katastrophenfall zu Gute. Der THW Dienst und Zivildienste würden so gestärkt und könnten auch hier die Personalnot lindern.
Es wäre ein besseres Rekrutierungselement für die Bundeswehr, um erfolgreich fähige Zeitsoldaten zu gewinnen. Zu Guter Letzt gäbe es ja auch eine Schulpflicht,
Wieso dann nicht eine Wehrpflicht?
Die hauptsächlichen Gegenargumente waren, dass es keine Strukturen mehr gibt, die in der Lage wären, diese Menschen auszubilden und unterzubringen. Der Wirtschaft, welche schon jetzt unter akutem Arbeitskräftemangel leidet, würden zusätzlich wichtige Arbeitskräfte entzogen.
Die Bundeswehr sei wie bekannt, in der Beschaffung, Entwicklung und Verwaltung einfach zu ineffizient. Hier wäre der eigentliche Hebel, um die Armee wieder einsatzfähig zu machen.
Zu guter Letzt stelle sich die ganz grundsätzliche Frage, inwiefern in einer Demokratie das willkürliche Verfügen über freie Bürger durch Zwang ein liberales Vorgehen sei.
Unsere Lösungsansätze sehen wie folgt aus:
An Stelle einer Wehrpflicht könnte eine Musterung für alle Männer und Frauen treten, welche sich auf die Qualifikationen, besonderen Fähigkeiten und Interessen der Bürger bezieht. So könnte im Fall des Falles schnell reagiert werden und Menschen im Katastrophenfall den Feldern zugeordnet werden, für die sie sich besonders eignen. (Feuerwehr, technische Hilfen, Pflege, etc…)
Wie von unserem Experten geschildert, ist es notwendig auch in der Bundeswehr zu entbürokratisieren und die Verwaltung zu verschlanken. Natürlich ergibt sich daraus immer die Gefahr Korruption zu vergrößern. Wenn aber besipielsweise der Kompanieführer selbst und unkompliziert notwendige Materialien beschaffen könnte (ohne europaweite Ausschreibung), wären viele Mängel in der Truppe schneller und gezielter zu beseitigen.
Schlussendlich muss der Beruf des Soldaten endlich wieder einen gesellschaftlich besseren Rang erhalten. Der Soldat sollte mit stolz seine Uniform tragen dürfen und den ihm gebührenden Respekt erhalten. Nur so ist es am Ende wirklich möglich ein Berufsheer mit fähigen Menschen zu verstärken, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Verfassung stehen.
Habt Ihr Anregungen und Ergänzungen, wie die erarbeiteten Lösungsansätze umgesetzt werden könnten? Teilt uns dies bitte per Email mit. Kommentiert und ergänzt diese Nachbereitung mit euren Ideen! Wir freuen uns auf das Feedback und möchten alle nochmals ermutigen zum nächsten Thema und Stammtisch mit dabei zu sein.
Liberale Grüße,
Jarno Markert
7. August 2025